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Stefan Schönhackers
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Bei Sarin handelt es sich um einen chemischen Kampfstoff, der als nervenschädigend bekannt ist. Auffallend ist, dass bereits mehrmals in der jüngeren Geschichte Anschläge mit Sarin verübt wurden. So kam es am 20. März 1995 zu einem Sarin-Anschlag auf die Tokioter U-Bahn. Die Folgen waren erschreckend: zwölf Menschen starben, und über 5.500 weitere bedurften medizinischer Hilfe. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die Sekte Aum Shinrikyo unter der Führung ihres Oberhauptes Shoko Asahara. In den Folgejahren wurden mehrere Sektenmitglieder, die für die Durchführung des Anschlages verantwortlich zeichneten, zum Tode verurteilt.

Die chemische Zusammensetzung von Sarin lässt sich durch den Namen O-Isopropylfluormethylphosphonat beschreiben. Es gehört also zu den phosphororganischen Kampfstoffen. Augenscheinlich handelt es sich um eine Flüssigkeit, die auf Grund ihrer hohen Flüchtigkeit sehr rasch verdampft. Militärisch dient es daher hauptsächlich der Luftraumvergiftung. Geschichtlich hat es seine Wurzeln im Deutschland des zweiten Weltkrieges, obwohl es damals nicht eingesetzt wurde.

Die Symptome einer Vergiftung mit Sarin (oder einem anderen nervenschädigenden Kampfstoff) sind außerordentlich typisch. Die Herzfrequenz wird herabgesetzt, verengte Pupillen können beobachtet werden. Durch die nervenschädigende Wirkung kommt es zu unfreiwilligen Urin- und Kot-Abgängen. Krämpfe sind ebenso möglich wie die Lähmung des Atemzentrums, die durch den folgenden Atemstillstand meist direkte Todesursache ist. Bereits ein Tropfen Sarin, der auf die Haut gelangt, kann tödlich sein.

Eine wirkungsvolle Therapie bedingt meist die Kenntnis des verwendeten Kampfstoffes. Erst dann können gezielt Gegenmittel verabreicht werden, die die Wirkung des Nervengiftes aufheben oder zumindest zurückdrängen. Ansonsten liegt das Hauptaugenmerk auf der Durchführung künstlicher Beatmung, um die Versorgung des Körpers mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff sicherzustellen.

Heute existieren zumindest in den USA und in Russland Bestände des chemischen Kampfstoffes Sarin. In den USA wurde vor kurzem damit begonnen, überschüssige Bestände in speziellen Verbrennungsanlagen zu vernichten. Leider ist die Herstellung von Sarin aber für fachkundige Personen relativ einfach, daher ist nicht abzuschätzen, wie viele weitere Staaten einen Vorrat dieses Nervengiftes angelegt haben. Wie der Anschlag auf die U-Bahn in Tokio im Jahr 1995 gezeigt hat, ist es auch für private Gruppierungen möglich, sich die erforderlichen Ausgangsstoffe und die zur Herstellung nötigen Geräte zu besorgen und so Sarin selbst herzustellen, um es für terroristische Zwecke einzusetzen.

Quellen

  • Spektrum Lexikon der Chemie, CD-ROM, 2000
  • Britannica 2001 DeLuxe Edition CD-ROM

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